Aus dem täglichen Polizeidienst

Aus dem täglichen Polizeidienst

An dieser Stelle möchte ich euch meine täglichen Erfahrungen aus dem Alltag eines Streifenpolizisten darstellen. Den Start macht allerdings ein Gastautor, der in Nordrhein-Westfalen tätig ist. Er berichtet hier über eine Nachtschicht im Sommer.

21:15
Häusliche Gewalt: Eine HG mit vollem Programm (Wohnungsverweisung, Rückkehrverbot, Papierkrieg) bindet uns fast zwei Stunden. Danach erstmal Ruhe, aber dann…

23:30 
Verfolgungsfahrt: Wir entschließen uns, ein Motorrad, besetzt mit 2 Personen, anzuhalten. Der Fahrer reagiert aber nicht auf die Anhaltesignale. Stattdessen macht er kurzerhand nen U-Turn und versucht davonzukommen. Aufgrund seiner Fahrkünste schließen wir aber sehr schnell auf. Eine Kennzeichenabfrage ergibt, dass dieses nicht mehr gültig ist. Der Fahrer scheint nicht der beste und auch nicht ortskundig zu sein, da er es nicht gebacken bekommt, nen Passat abzuhängen. Zwischenzeitlich gelangen wir auch auf das Gebiet der Nachbarbehörde, immer im Zick Zack. Rote Ampeln halten ihn auch nicht auf. Er muss unzählige Schutzengel bei sich gehabt haben. Nach 10min Katz und Maus brechen wir auf Anordnung der LSt die Verfolgungsfahrt ab, bevor es noch Tote gibt. Nachgeben ist dann manchmal doch der klügere Weg.

00:20
WED (Wohnungseinbruchdiebstahl): Ein Bürger meldet uns einen Einbruch, Familienmitglieder würden die Täter verfolgen, weil man diese auf frischer Tat ertappt habe. Im Schweinsgalopp zum Einsatzort winken uns im Nahbereich zwei Jugendliche. Wir halten an, weil wir dachten, dass es sich um die Verfolger handelt, aber Pustekuchen: Die haben sich nur einen Scherz erlaubt. Kurz zusammengestutzt und weiter zum Einsatzort. Während der Zeugenaufnahme wird man sogar noch doof von dem Vater des Zeugen angemacht, weil es ihm nicht passt, was wir den Sohnemann fragen. Sachen gibts… Zum Glück konnten wir diese Sache an die K-Wache übergeben. Die Strafanzeige dazu sollten wir aber trotzdem verfassen.

01:05
Ruhestörung:Die erste dieser Nachtschicht. Wieder mal ist eine Gartenparty zu laut. Zur Ruhe ermahnt und Folgemaßnahmen angedroht. Einem Gast passt das nicht und geht uns während des Einsatzes auch ein bisschen auf den Sack. So ist das, wenn man den Bölkstoff nicht verträgt.

Danach ein bisschen Dienst auf der Wache, Präsenzstreifen, Verkehrskontrollen ohne nennenswerte Vorkommnisse.

03:50
Ruhestörung die Zweite. Warum sind es eigentlich immer nur Gartenpartys, die zu laut sind? Zur Ruhe ermahnt, Folgemaßnahmen angedroht.

04:05
Verkehrskontrolle: Uns kommt ein Roller ohne Licht entgegen. Diesmal hält das Zweirad nach unseren Anhaltesignalen an. Der 16-jährige Fahrer muss auch noch einmal pusten und hat ein wenig Drall. Ab zur Wache und noch mal an den großen Dräger dran. Dabei kommt irgendwas um die 0,4 Promille raus. Eine Owi-Anzeige.

04:50
Der Feierabend naht. Aber dann ruft einer aus seinem Auto aus an. Von einer Autobahnbrücke haben Jugendliche Steine geschmissen und somit sein Auto beschädigt. Mit alle Mann raus und fieberhafte Fahndung nach den Steineschmeissern. Aber kein Erfolg. Da wir der Frühwagen sind, übernehmen andere die Anzeigenaufnahme. Danach war Feierabend. 😉

Vielen Dank, BennyderHund für diesen Beitrag!

Damit du uns demnächst auch so einen Bericht zukommen lassen kannst, schau mal in unserem Trainingsbereich vorbei. So schaffst du es sicher durch das Auswahlverfahren!?