Spezialeinheiten der Polizei

SEK, MEK, GSG9 – Bewerbung, Gehalt, Aufgaben

Jede Polizei hält zwei Spezialeinheiten vor: das Spezialeinsatzkommando (SEK) und das Mobile Einsatzkommando (MEK). In manchen Bundesländern (wie zum Beispiel Hamburg) gibt es kein SEK. Dort übernimmt das MEK zusätzlich die Aufgaben eines SEK.

Die Bundespolizei hat neben dem MEK noch die GSG 9 der Bundespolizei (Grenzschutzgruppe 9).

Spezialeinsatzkommando – SEK

Das Spezialeinsatzkommando ist eine hochspezialisierte Einheit der Polizei. Sie werden bei sämtlichen Einsätzen mit einem hohen Gefährdungs- und Gewaltpotential eingesetzt. Darunter zählen unter anderem Geiselnahmen, Bedrohungslagen, Festnahme besonders gefährlicher oder bewaffneter Personen, Entführungen sowie Amok- und Terrorlagen.

Das SEK verfügt über eine besondere Ausbildung und Ausrüstung. Bestandteil eines SEK sind neben den Gruppenbeamten auch Entschärfer / Delaborierer und Präzisionsschützen.

Mobiles Einsatzkommando – MEK

Das Mobile Einsatzkommando übernimmt die Observation, mobile Verfolgung und unter Umständen auch die Festnahme von Tätern in besonderen Delikten, wie Kapitalverbrechen. Die Beamten agieren immer verdeckt. Bei länger andauernden Observationen folgen sie dem Täter sogar ins Ausland. Ein MEK-Beamter hat also immer einen gepackten Koffer zuhause liegen.

Obwohl MEK-Beamte auch für Festnahmen ausgebildet sind, kommen diese jedoch relativ selten vor. In den meisten Fällen übernimmt das SEK eine Festnahme nach vorangegangener Observation durch das MEK. Grund hierfür ist in der Regel die für Festnahmen geeignetere Ausrüstung der SEK-Beamten.

GSG 9 der Bundespolizei

Die GSG 9 der Bundespolizei ist die Antiterror-Einheit der Bundespolizei. Sie sind auf nationaler und internationaler Ebene tätig. Ihre Aufgabenfelder im Inland entsprechen im Groben denen eines SEK. Darüber hinaus schützen sie zum Beispiel deutsche Botschaften im Ausland.

Gehalt

In den Spezialeinheiten können vom Polizeimeister (A7) bis Polizeihauptkommissar (A11) alle Besoldungsgruppen untergebracht sein. Man verdient dort sein normales Gehalt (hier: Besoldung) mit einer Gefahrenzulage von 150 bis 400 Euro, je nach Bundesland. 

Wie viel ein Polizeimeister oder ein Polizeikommissar verdient, kann der aktuellen Besoldungstabelle entnommen werden. Davon abgezogen werden müssen noch Lohnsteuer, Kirchensteuer und weitere Abzüge wie zum Beispiel die private Krankenversicherung in manchen Bundesländern.

Ein lediger Polizeikommissar (A9) verdient nach Beendigung seines Studiums ca. 2.300 € netto!

Wie gefährlich ist die Arbeit?

Beamte des SEK und MEK erhalten zusätzlich zu ihrem Gehalt einen Gefahrenzuschlag von ca. 150 €. Ohne Zweifel sind alle Einsatzsituationen, in denen Spezialkräfte eingesetzt werden potentiell hochgefährlich. Allerdings ist die Arbeit eines Streifenbeamten durchaus gefährlicher! Spezialkräfte gehen mit der bestmöglichen Schutzausrüstung und nie unvorbereitet in einen Einsatz. Als Streifenbeamter hat man nur eine sehr begrenzte Schutzausrüstung und man weiß nie, was einen erwartet. Man kann zur Ruhestörung gerufen werden und aus dem Nichts heraus beschossen werden, wie vor nicht allzu langer Zeit in Bremen geschehen.

Es lässt sich also darüber diskutieren, ob die Arbeit der Spezialeinheiten gefährlicher ist als die eines Streifenbeamten. Die herrschende Meinung in der Polizei sagt, dass man als Streifenbeamter einer größeren Gefahr ausgesetzt ist, als ein Kollege der Spezialeinheiten. Es ist natürlich jedem persönlich überlassen, sich darüber eine Meinung zu bilden.

Wie kommt man zu einer Spezialeinheit der Polizei?

Der Weg in eine Spezialeinheit beginnt mit der normalen Bewerbung bei der Polizei. Es spielt keine Rolle, ob du dich für den mittleren oder den gehobenen Dienst bewirbst.

Nach abgeschlossener Ausbildung bzw. Studium, sammelst du erst Erfahrung im Einzeldienst, bis du dich dann auf eine Stelle bei einer der Spezialeinheiten bewerben darfst. Das Auswahlverfahren ist extrem hart und fordert dich über mehrere Tage hinweg geistig und körperlich. Nur die besten schaffen es und die Konkurrenz ist groß!

Bestehst du den Test als einer der besten, darfst du auf den Grundlehrgang, welcher mehrere Wochen dauert. Dort wirst du taktisch ausgebildet, hast intensiven Schießunterricht und treibst viel, viel Sport. Der Grundlehrgang muss bestanden werden, ansonsten scheidest du aus.

Wenn alles gut läuft, bist du dann Teil einer Einsatzgruppe und darfst deinen Dienst nun bei den Spezialeinheiten versehen.

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