Polizei NRW führt BFEn ein

Düsseldorf – Die Polizei NRW plant, in den kommenden Jahren sechs BFE einzurichten. Diese sollen in den Polizeipräsidien Köln, Wuppertal und Bochum angesiedelt werden. Diese sechs Einheiten sollen dann drei Hundertschaften bilden, jeweils eine an einem der oben genannten Standorte.

NRW war bislang eines von zwei Bundesländern ohne BFE. Dies rührt aus der mehr als 30 Jahre alten “NRW-Linie” her. Demnach ist grundsätzlich ein zurückhaltendes Auftreten der Landespolizei gefordert. Das erklärt beispielsweise auch, weshalb Wasserwerfer in NRW so selten zum Einsatz kommen, während sie in anderen Bundesländern (wie Hamburg oder Berlin) häufig eingesetzte Einsatzmittel sind. Grundsätzlich soll der “bürgernahe” Ansatz der Polizei  NRW zwar bestehen bleiben, man müsse jedoch auf die zunehmende Respektlosigkeit und sinkende Gewaltschwelle gegenüber Polizeibeamten reagieren. Dazu gehöre die Einrichtung mehrere BFE als Spezialeinheiten der Bereitschaftspolizei.

Aufgaben einer BFE

Zu den Aufgaben einer BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit) zählen unter anderem:

  • Strafverfolgung bei Großdemonstrationen und Fußballspielen
  • Beweissichere Dokumentation (meist durch Videoaufzeichnungen)
  • Festnahme von Straftätern
  • Razzien, Durchsuchungen, Unterstützungsaufträge (insbesondere bei hohem Gewaltpotential)

Die BFEn werden von Gewalttätern, wie bspw. Hooligans gefürchtet und sind über die Grenzen der Polizei hinaus bekannt. Grund dafür ist das hochprofessionelle, konsequente und gezielt Einschreiten gegen diese Gruppierungen.

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Bewerbungsverfahren und Ausbildung der BFE

Organisatorisch gehört die BFE zur Bereitschaftspolizei einer Landes- oder der Bundespolizei. Nach abgeschlossenem Studium zum Polizeikommissar, bzw. in Behörden die noch für den mittleren Dienst einstellen nach abgeschlossener Ausbildung zum Polizeiobermeister, kann man sich in der Regel nach ein bis zwei Jahren Berufserfahrung bewerben. In manchen Behörden hat man bereits unmittelbar nach Abschluss des Studiums / der Ausbildung die Möglichkeit, sich für eine Stelle bei der BFE zu bewerben.

Das Auswahlverfahren variiert von Polizei zu Polizei. Es wird jedoch eine hohe körperliche und geistige Leistungsfähigkeit erwartet. Nach einem mehrtägigen, höchst anstrengenden Auswahlverfahren mit anschließendem Interview, werden die besten Bewerber in den BFE-Lehrgang geschickt. Dort lernen sie taktische Grundsätze einer BFE kennen und trainieren diese in fordernden Übungseinsätzen ein. Inhalte des Lehrgangs sind außerdem Schießen, Erste-Hilfe im Einsatz, Selbstverteidigung, Festnahmetechniken, Sport und vieles mehr.

Nach Abschluss des Lehrgangs ist man vollständiges Mitglied einer BFE. In manchen Bundesländern erhalten Beamte einer BFE einen Gefahrenzuschlag von ca. 150€ mtl. Ansonsten verdient ein Beamter der BFE grundsätzlich dasselbe wie sein Kollege im Streifendienst.

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