Gehobener Dienst

Immer mehr Bundesländer wechseln in die zweigeteilte Laufbahn, das heißt: der mittlere Dienst fällt weg. Es gibt dann nur noch den gehobenen und den höheren Dienst bei der Polizei.

Der gehobene Dienst (3. QE bzw. 2. Laufbahngruppe, 1 Einstiegsamt) beinhaltet ein dreijähriges (in manchen BL mit 9 Monaten Vorbereitungsdienst, zB BaWü) Bachelorstudium, an dessen Ende man den Bachelor of Arts Polizeivollzugsdienst erlangt. Voraussetzung ist die Fachhochschulreife. Man kann sich das Studium als duales Studium vorstellen, mit vielen Praxisanteilen, aber auch vielen Theorieteilen an der Hochschule. 

Dabei hat man, im Gegensatz zu regulären Studiengängen, eine Anwesenheitspflicht. Man verbringt die meiste Zeit im Klassenverband von 20-25 Kollegen.

Karriere

Man fängt als Kommissaranwärter als Beamter auf Widerruf an. Danach wird man Polizei- oder Kriminalkommissar A9 als Beamter auf Probe. Nach 3 Jahren Probezeit wird man zum Beamten auf Lebenszeit ernannt, sofern die Probezeit bestanden wird.

In Ländern mit dreigeteilter Laufbahn ist die mittlere Führungsebene dem gehobenen Dienst vorbehalten. Man übt aber auch dennoch operative Tätigkeiten beispielsweise beim Streifefahren oder in der Bereitschaftspolizei aus. Ein reiner Sesseljob ist es also keinesfallls! Oft machen Kollegen des mD und gD dieselbe Arbeit, beim gD jedoch mit mehr Führungsveranwortung, vor allem im Einstiegsamt A9.

Als Kommissar hat man auch Zugang zur gesamten kriminalpolizeilichen Karriere. Im gehobenen Dienst hat man viele Karrieremöglichkeiten, entweder in der Führungs- oder in der Fachkarriere.

Der Aufstieg in den höheren Dienst ist durch einen Masterabschluss möglich.

Während des Studiums verdient man etwa 1100€ netto und nach Abschluss des Studiums 2300€ netto, plus Zulagen.

Mögliche Tätigkeiten

Streifenführer, Streifenbeamter, DGL, WEL/Einsatzführer, Leitstelle, Zugführer, Gruppenführer, Fachtrainer, TEE, SEK, MEK, BFE, Hunde- & Reiterstaffel, Hubschrauberstaffel, Kriminalpolizei, Sachgebietsleitung, Revierleitung, Einsatzleitung bei mittelgroßen Einsätzen, etc.

Beförderung

Wann die erste Beförderung zum Polizeioberkommissar ansteht, hängt hauptsächlich von der Leistung und dem Bundesland, in dem man arbeitet ab. In einigen Bundesländern werden Polizeikommissare bereits nach fünf bis sechs Jahren befördert, während man in anderen Bundesländern erst nach ca. zehn Jahren mit einem weiteren Stern auf der Schulter rechnen kann. Bei sehr guter Leistung geht das aber auch schneller!

Erstverwendung

Als frisch gebackener Beamter wird deine Erstverwendung in der Regel im Streifendienst oder bei der Bereitschaftspolizei sein. In Bundesländern, die noch einen mittleren Dienst besitzen, wird dir als Kommissar oft eine gewisse Personalverantwortung überstellt. Du führst bei gewissen Einsätzen vor Ort und wirst häufig schnell Dienstgruppenleiter oder dessen Vertreter.

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