Bundespolizei:

Einstellungstest 2018 / 2019

Hier zeige ich dir alles, was du für dein Auswahlverfahren wissen musst, sei es mittlerer oder gehobener Dienst.

In fünf Kapiteln führe ich dich mit vielen Beispielfragen & Praxistipps durch den Einstellungstest bei der Bundespolizei.

Um wirklich alle Aufgaben für dein EAV zu üben, schau einfach hier vorbei.

Dann lass uns mal loslegen..

Einstellungstest Bayern

Inhalt

KAPITEL 1:

Voraussetzungen, Bewerbungsverfahren und Fristen

Die Polizei ist eine Sache der Länder.

Dadurch hat jedes Bundesland auch seine eigenen Einstellungsvoraussetzungen.

Hier erfährst du die Bewerbungsfristen, Einstellungszahlen und die Einstellungs-voraussetzungen für die Bundespolizei.

Was sind die Einstellungsvoraussetzungen für die Bundespolizei?

Die Bundespolizei stellt im mittleren und gehobenen Dienst ein.

Die Einstellungsvoraussetzungen sind dabei unterschiedlich.

Bundespolizei Einstellungsvoraussetzungen

Zunächst zeige ich dir die allgemeinen Voraussetzungen:

  • charakterliche Eignung
  • nicht im Konflikt mit dem Gesetz stehen und für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einstehen
  • geordnete wirtschaftliche Verhältnisse
  • deutsche oder EU – Staatsangehörigkeit 
  • Führerschein der Klasse B (spätestens zum Ende der Ausbildung bzw. des Grundstudiums)
  • deutsches Schwimmabzeichen in Bronze
  • keine Tätowierungen im Gesicht, am Hals und an den Händen
Für den mittleren Dienst gelten darüber hinaus noch folgende Voraussetzungen:
  •  zwischen 16 und 27 Jahre, mit Berufsausbildung und 3 Jahren Berufserfahrung darfst du höchstens 35 Jahre alt sein
  • Realschulabschluss oder mittlere Reife oder Hauptschulabschluss mit min. zweijähriger Berufsausbildung
  • in den Schulfächern Englisch und Deutsch min. Note 4, in Sport min. Note 3
Für den gehobenen Dienst gelten über die allgemeinen Voraussetzungen hinaus noch Folgende:
  • Abitur oder Fachhochschulreife
  • höchstens 33 Jahre, mit Berufsausbildung und 3 Jahren Berufserfahrung darfst du höchstens 41 Jahre alt sein
  • in den Schulfächern Englisch und Deutsch min. Note 4, in Sport min. Note 3

Wer zur Polizei möchte, darf nicht vorbestraft sein und es dürfen keine aktuellen Strafverfahren gegen einen laufen. Solltest du dir unsicher sein oder Fragen zu dieser Regelung haben, so kontaktiere deinen Einstellungsberater. Insbesondere Fragen zum Thema Vorstrafen kann man nur als Einzelfall betrachtet beantworten. Da kann dir nur der Einstellungsberater eine vernünftige Auskunft erteilen.

Die zentrale Berufsinfo der Bundespolizei erreichst du hier.

Alle wichtigen Infos habe ich für dich auch noch einmal in einer übersichtlichen Infografik dargestellt, die du oben rechts findest.

Wie viele Stellen gibt es bei der Bundespolizei? Wie sind die Einstellungschancen?

Wie bei jeder Polizei gibt es auch bei der Bundespolizei übermäßig viele Bewerber auf sehr wenige, sehr begehrte Stellen.

Bei der Bundespolizei sind insgesamt jährlich ca. 2700 Stellen zu besetzen, auf die es durchschnittlich 20.000 Bewerber gibt.

Das heißt, über 88% werden nicht eingestellt!!😱😱

Die Konkurrenz ist groß und die Zahl der Stellen gering. Doch mit guter Vorbereitung gelingt es dir, dich gegen andere Bewerber durchzusetzen. Starte dein Testtraining jetzt und erreiche dein Ziel!

Einstellungszahlen Bewerberzahlen Bundespolizei

Seit Jahren wächst die Zahl der Bewerber kontinuierlich.

Auch dieses und kommendes Jahr ist wieder mit einem Anstieg der Bewerberzahlen zu rechnen!

Um deine Chancen zu steigern, ist es wichtig, sich auf das Auswahlverfahren intensiv vorzubereiten. Denn wenn du es nicht tust, macht es hunderprozentig ein anderer Bewerber!

Auf dieser Seite findest du viele Infos und praktische Tipps, aber die wirklich richtige Vorbereitung findest du hier, in unserem Komplett-Training.

Ich bin so überzeugt von der Qualität des Trainings, dass du sogar dein Geld zurück erhältst, falls du den Test nicht bestehen solltest!*

Wie bewerbe ich mich und wie sind die Bewerbungsfristen?

Die Bundespolizei stellt im mittleren Dienst zweimal jährlich ein, zum 1. März (Ende der Bewerbungsfrist: 30. Juni des Vorjahres) und zum 1. September (Ende der Bewerbungsfrist: 31. Dezember des Vorjahres).

Für den gehobenen Dienst wird einmal jährlich zum 1. September (Ende der Bewerbungsfrist: 31. Dezember des Vorjahres) eingestellt.

Du musst dich online bewerben. Den Link findest dazu findest du hier.

Die Auswahltests finden an zwei bis vier Tagen an einem der Standorte der Aus- und Fortbildungszentren der Bundespolizei statt.

Die Bundespolizei übernimmt die Fahrtkosten!

KAPITEL 2:

Was enthält der schriftliche Test?

Hat man die Bewerbung abgeschickt, erhält man zeitnah einen Termin zum EAV.

Dieses startet direkt mit einem schriftlichen Test, der es in sich hat!

In diesem Abschnitt verrate ich dir, was genau dort drankommt.

PS: Mit unserem Kompletttraining bestehst du den schriftlichen Test, oder erhältst dein Geld zurück!*

Schriftlicher Test, Intelligenztest, Diktat

Das Auswahlverfahren der Bundespolizei

Das Auswahlverfahren der Bundespolizei findet an zwei bis vier Tagen statt.

Nachdem man seine Bewerbung online abgeschickt hat, erhält man einige Tage später die Einladung zum ersten Testtag.

Es folgen je nach Laufbahn, für die man sich beworben hat, unterschiedliche Testverfahren. Du findest sie alle in den nächsten Abschnitten!

Mittlerer Dienst

Das Diktat

Beim Diktat handelt es sich um ein auf dem Niveau der neunten oder zehnten Klasse.

Du hörst am PC über einen Kopfhörer einen gesprochenen Text. 

Das Diktat besteht aus ca. 180 Wörtern. Mehrere Beispieldiktate findest du im Rechtschreibbereich des Kompletttrainings.

Hier ein paar Beispiele für Fälle, die häufig problematisch sind:

  • dass oder das
  • Zusammen- und Getrenntschreibung
  • Anglizismen und Gallizismen
  • Namen und Straßennamen
  • Groß- und Kleinschreibung
  • Substantivierungen

Das Diktat klingt zunächst recht einfach, sollte aber auf keinen Fall unterschätzt werden: fast die Hälfte aller Bewerber scheitern bereits hier!😧

Rechtschreibung und Grammatik kannst du hier üben. Ich habe dort mehrere Diktate sowie die relevanten Grammatikregeln für dich verständlich zusammengefasst!👍

Gehobener Dienst

Der Intelligenztest

Im gehobenen Dienst fängt dein Auswahlverfahren mit einem Intelligenztest und einem Kurzaufsatz an.

Der Intelligenztest setzt sich aus den Bereichen verbale Intelligenz, numerische Intelligenz und figural-räumliche Intelligenz zusammen.

Alle Aufgabentypen findest du in meinem kostenlosen Beitrag zum Intelligenz-Struktur-Test.

Für den darauffolgenden Kurzaufsatz hast du ca. 60 Minuten Zeit. Dabei solltest du dich nach dem aus der Schule bekannten Aufbau einer Erörterung richten, Einleitung, Hauptteil, Schlussteil.

Lies dir die Themenstellung aufmerksam durch und gehe dann gezielt darauf ein.

Beim Kurzaufsatz tun sich viele schwer. Im Trainingsbereich von Be-A-Cop bereite ich dich gezielt auf den Kurzaufsatz der Bundespolizei sowie alle anderen Bereiche des Auswahlverfahrens vor!

KAPITEL 3:

Den Sporttest sicher meistern

Nach den schriftlichen Tests geht es weiter zum Sporttest.

Dort wirst du neben Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit, auch noch deine Koordnation unter Beweis stellen müssen.

Also, Sportsachen einpacken und los geht’s! 💪

Sporttest bestehen

Der Inhalt

Nach bestandener schriftlicher Prüfung (wie besteht man diese?) geht es weiter zum Sporttest.

Der Sporttest besteht aus folgenden Bereichen:

  • Koordinationstest
  • Standweitsprung
  • Liegestütze
  • 12-Minuten-Lauf
Für jede Disziplin kannst du bis zu 9 Punkte erhalten. Der Durchschnitt aller Übungen muss mindestens 4 Punkte betragen. Erzielst du in einem der Tests weniger als 1 Punkt, gilt der Test als nicht bestanden.

Koordinationstest

Kasten-Bumerang-Test

Der Koordinationstest ist ein einfacher Kasten-Bumerang-Test.

Dabei musst du drei umgedrehte Kastenteile überspringen und anschließend durchkriechen und nach jedem Kastenteil zur Mitte laufen.

Die Zeit für 4 Punkte beträgt 21 Sekunden (Frauen) bzw. 18 Sekunden (Männer). Bist du über 30 Jahre alt, hast du jeweils 1 Sekunde mehr Zeit.

Standweitsprung

Du musst mit beiden Beinen gleichzeitig von einer Absprunglinie soweit wie möglich nach vorne springen.

Du hast nur 2 Versuche! Die beste Leistung wird dann gewertet.

Hier musst du für 4 Punkte 1,80m (Frauen) bzw. 2,20m (Männer) schaffen. Bist du über 30 Jahre alt, sind es jeweils 10cm weniger.

Liegestütze

Die Hände müssen ungefähr schulterbreit sein, dein Körper muss eine gerade Linie bilden und darf nicht durchhängen.

Die Arme müssen beim Runtergehen mindestens 90° angewinkelt sein. Innerhalb von 40 Sekunden musst du so viele Wiederholungen schaffen, wie du kannst.

Für 4 Punkte sind das 7 Wdh. (Frauen) bzw. 23 Wdh. (Männer). Bewerber über 30 Jahren müssen jeweils 2 Wdh. weniger leisten.

12-Minuten-Lauf (Cooper-Test)

Du musst innerhalb von 12 Minuten so viele Runden wie möglich laufen.

Eine Runde sind 100m. Die Zeit wird von den Prüfern angesagt.

Mit 4 Punkten bestehst du den Test, wenn du 20 Runden (Frauen) bzw. 24 Runden (Männer) zurückgelegt hast. Unterbrichst du das Laufen, wird nur die bis dahin zurückgelegte Strecke gewertet!

Extra: Motorik

Zu den genannten Tests wird darüber hinaus noch deine Motorik während der Tests bewertet.

Führst du die Tests besonders gut durch, erhältst du Extrapunkte. Führst du sie besonders schlecht oder ungelenk aus, werden dir Punkte abgezogen.

Kriterien für die Bewertung sind unter anderem: Bewegungsfluss, Bewegungsstärke- und Tempo, sowie die Beweglichkeit.

TIPPS FÜR DEN SPORTTEST

Was passiert nach dem Sporttest? Wie geht es weiter?

Nach dem Sporttest geht es für Bewerber des mittleren Dienstes mit einem Vorstellungsgespräch weiter.

Bewerber des gehobenen Dienstes fahren mit dem Assessment-Center fort.

Alles zum Assessment-Center, Vorstellungsgespräch und der polizeiärztlichen Untersuchung findest du in Kapitel 4 und Kapitel 5!

KAPITEL 4:

Das Assessment-Center

Den Abschluss des Auswahlverfahrens bildet das Assessment-Center bzw das Einzelgespräch.

Es dient dazu, sich ein Bild von dir und deiner charakterlichen Eignung als Polizist zu verschaffen.

Hier kannst du mit dem geringsten Aufwand am meisten Wertungspunkte rausholen.

Ich zeige dir in diesem Abschnitt, wie das geht.

Gruppendiskussion

Bei der Gruppendiskussion sitzt du mit 4-6 anderen Bewerbern vor der Prüfungskommission und musst ein Thema diskutieren.

Ihr werdet aus drei Themen eins auswählen und diskutieren müssen. Die Gruppendiskussion dauert insgesamt ca. 1 Stunde. 

Hier wird genau drauf geschaut, wie du dich in ein Team einfügst, welche Rolle du übernimmst, ob du empathisch bist und ob in dir Führungsqualitäten vorliegen.

Versuche, dich aktiv einzubringen und deine eigenen Ideen mit den anderen zu teilen und diese konstruktiv zu diskutieren, um schlussendlich zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen.

Tipp: hab eine Uhr dabei, damit du die Zeit abschätzen könnt. Die Prüfer helfen dir nicht!

Kurzvortrag

Im Anschluss an die Gruppendiskussion musst du einen fünfminütigen Vortrag halten. Dabei hast du zehn Minuten Vorbereitungszeit. 
Dir stehen diverse Materialien wie Flipcharts, Folien, Stifte etc. zur Verfügung.
Wichtig ist, dass du dich unbedingt an die 5 Minuten hältst! Zu lange oder zu kurz vortragen ist nicht gern gesehen!

Das Einzelgespräch

Das strukturierte Interview / Einzelgespräch dient dazu, dich näher kennenzulernen und deine charakterliche Eignung für den Polizeiberuf festzustellen.

Im Wesentlichen wollen die Prüfer dabei folgende Kriterien von dir erfüllt sehen:

Assessment Center Polizei

  • gutes, selbstsicheres Auftreten
  • gepflegtes Erscheinungsbild
  • hohe Berufsmotivation
  • realistisches Bild der Polizeiarbeit und des Schichtdienstes
  • Redegewandtheit
  • Umgang mit Stresssituationen

Das Interview dauert meistens ca. 50 – 60 Minuten. Die Dauer eines Interviews hat dabei nichts über die anschließende Bewertung zu sagen.

Am Anfang musst du ein wenig über dich erzählen und deinen bisherigen Lebenslauf schildern. Dabei solltest du ca. fünf Minuten frei reden können!

Weitere beliebte Fragen sind beispielsweise:

  • Warum willst du zur Polizei?
  • Wo siehst du dich in 10 Jahren? Wie stellst du dir deine Karriere vor?

Aber auch andere Fragen zu polizeilichen Alltagssituationen können vorkommen:

Sie stehen an der Ampel im Dienst und eine Mutter mit ihrem kleinen Kind steht neben Ihnen und sagt zu ihrem Kind, wenn du über Rot läufst dann verhaftet dich der Polizist. Was würden Sie in diesem Fall tun?
Oder:
Sie sind im Dienst und halten ihren Vorgesetzten an. Er sitzt hinterm Steuer und ist betrunken. Was tun Sie?
Du solltest dich vorher unbedingt mit den Aufgaben und der Struktur der Polizei beschäftigt haben!

Auftreten & Erscheinungsbild

Wie bei jedem Vorstellungsgespräch, sollte man sich auch hier von seiner besten Seite zeigen!

Als Mann reicht es völlig aus, ein schickes Hemd mit einer guten Jeans oder Stoffhose anzuziehen. Ärmel nicht hochkrempeln! Ein Sakko ist auch in Ordnung. Ein ganzer Anzug ist meiner Meinung nach zu viel des Guten, wird aber in der Regel nicht negativ von der Kommission bewertet.

Assessment-Center Polizei, was anziehen?

Ein Bart ist völlig okay, solange er gepflegt ist. Eventuelle Piercings im Gesichtsbereich sollten vorher entfernt werden.

Für Frauen empfehle ich eine schicke Bluse mit einer Stoffhose oder guten Jeans. Bitte nicht zu viel Dekolletee zeigen oder übermäßig viel Make-Up benutzen, das wirkt unprofessionell.

Auch Frauen sollten auf auffälligen Schmuck verzichten.

Das Motto kann man also als “Business Casual” zusammenfassen.

Berufsmotivation, Polizeiarbeit und Schichtdienst

Der Polizeiberuf ist wie kein anderer.

Nie zu wissen, was einen erwartet, der Umgang mit Menschen aller sozialen Schichten und die unregelmäßigen Arbeitszeiten sind nur einige Punkte.

Die Prüfer möchten sehen, dass du dir bewusst bist, was der Polizeiberuf mit sich bringt. Eine Beispielfrage könnte dabei lauten:

Im Schichtdienst müssen Sie oft dann arbeiten, wenn Ihre Freunde und Familie frei haben. Das kann sich sehr belastend auf Ihr Sozialleben auswirken. Wie würden Sie damit umgehen?

Da kannst du dir ja mal überlegen, was du antworten würdest. Eine gute Antwort besticht dadurch, dass du den Prüfern zeigst, dass du dir dessen bewusst bist, aber dennoch glaubst, dass, obwohl es nicht immer leicht sein wird, genug Zeit für Freunde und Familie finden wirst und glaubst, dass sie dafür Verständnis haben werden, wenn es nicht jedes Wochenende klappt.

Darüber hinaus musst du wissen, was ein Polizist überhaupt macht, wie sein Alltag aussieht. Richtig, kein Tag ist wie der andere und man weiß nie, was einen erwartet. Trotzdem ist unser Beruf nicht das, was im Fernsehen bei CSI oder Alarm für Cobra 11 gezeigt wird.

Als Streifenbeamter bist du immer der Erste vor Ort. Immer!

Sei es bei der Bahnleiche, dem schweren Verkehrsunfall oder dem Sexualdelikt. Du wirst mit allem konfrontiert, was es da draußen so gibt. Dazu gehören auch “langweilige” Einsätze, wie der Bagatell-Verkehrsunfall, der Falschparker oder die Oma, die sich verlaufen hat.

Nach dem Einsatzgeschehen geht es an die Wache zum Berichten!📝📝

Das Berichten nimmt einen Großteil der Polizeiarbeit ein. Nur mit guten Berichten können Täter auch vor Gericht gebracht und verurteilt werden.

Je nach Schicht beträgt das Verhältnis von Berichten zu Einsätze fahren ca. 45/55.

Anteil Berichten gegenüber Einsätze wahrnehmen geschätzt
Geschätzter Anteil Berichte schreiben / Einsätze wahrnehmen

Bewerbung in anderen Bundesländern

Ein gutes Anzeichen für deine Berufsmotivation ist, dass du dich nicht nur in diesem, sondern in verschiedenen Bundesländern beworben hast.

Das zeigt, dass du auf jeden Fall zur Polizei möchtest.

Dir kann allerdings die Frage gestellt werden, welches Bundesland dein Favorit sei und was du tun würdest, wenn du in diesem und in einem anderen Bundesland eine Zusage erhältst.

Hier rate ich dir: sei ehrlich! Die Prüfer merken sofort, wenn du sie anlügst und “Honig ums Maul schmierst.” Wenn du aus NRW kommst und dich in NRW und Bayern beworben hast, ist es verständlich, dass du zunächst dein Heimatbundesland favorisierst.

Allerdings solltest du klarstellen, dass du dich  beworben hast, weil du dir sehr gut vorstellen könntest, hier zu arbeiten. Du hättest dich ja schließlich nicht ohne ernsthaftes Interesse beworben.

Solltest du dich für kein anderes Bundesland beworben haben, ist das nicht schlimm!

Erkläre den Prüfern einfach, wieso es dieses Bundesland sein muss! Ob es nun deine Heimat ist, oder dein Partner hier wohnt, begründe deine Entscheidung einfach vernünftig.

Die richtige Vorbereitung

Im Rollenspiel und im Interview kann man mit relativ wenig Zeitaufwand, vergleichsweise viele Wertungspunkte erzielen.

In unserem Komplett-Training üben wir mit dir auch das Assessment-Center für jedes Bundesland, in dem du dich beworben hast!

Dort findest du auch weitere, tiefgehendere Informationen als hier beschrieben. Wir wollen an dieser Stelle schließlich nicht alles verraten. Das machen wir im Komplett-Training. 😊

KAPITEL 5:

Die polizeiärztliche Untersuchung

Die letzte Hürde im Einstellungstest ist die ärztliche Untersuchung.

Es soll dort festgestellt werden, ob du polizeidiensttauglich bist, und ob du das voraussichtlich auch viele Jahre bleiben wirst.

Es kursieren viele Geschichten zum Polizeiarzt im Internet. Hier erfährst du, wie es wirklich ist!

Ärztliche Untersuchung

Was passiert beim Polizeiarzt?

Der letzte Schritt durch das Auswahlverfahren ist einer der meist gefürchtetsten: der Polizeiarzt. 👨‍⚕️

Vermutlich ist die Furcht davor der Tatsache geschuldet, dass man völlig ohne eigenes Dazutun aus dem Auswahlverfahren ausscheiden kann.

Der polizeiärztliche Dienst prüft in einer ca. 2-3 Stunden dauernden Untersuchung, ob du den hohen körperlichen und psychischen Anforderungen des Polizeivollzugsdienstes gerecht wirst.

Aber in den letzten Jahren ist seit der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts Bewegung im Thema  Polizeidiensttauglichkeit.

Demnach sind nur noch solche Bewerber auszuschließen, bei denen die Möglichkeit künftiger Erkrankungen und des Eintritts
dauernder Dienstunfähigkeit vor Erreichen der Altersgrenze mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht ausgeschlossen werden kann.

Grundlage der Beurteilung deiner gesundheitlichen Eignung ist die Polizeidienstvorschrift 300 (PDV 300), die jedoch als VS -nfD- deklariert ist (Verschlusssache, nur für den Dienstgebrauch), und somit nicht öffentlich zugänglich ist.

Jeder Fall ist dabei eine Einzelfallentscheidung des untersuchenden Arztes.

Ablauf der polizeiärztlichen Untersuchung (PÄU)

Dank der bundesweit einheitlichen PDV 300 sind auch die Untersuchungen der ärztlichen Dienste der Polizeien größtenteils gleich. Dieser Abschnitt lässt sich also auf alle anderen Landes- und Bundespolizeien übertragen.

Polizeidiensttauglichkeit Untersuchung beim Polizeiarzt

Vor der eigentlichen Untersuchung steht Papierkrieg an.  Ein mehrseitiges Formular zur Vorgeschichte deiner Erkrankungen ist auszufüllen. Auch die behandelnden Ärzte der letzten fünf Jahre sind einzutragen, sofern du in diesem Zeitraum beim Arzt warst. Operationen und Allergien müssen ebenso erwähnt werden.

Danach kommt die körperliche Untersuchung beim Arzt. Er überprüft dabei die grundlegende Beweglichkeit in den Gelenken und Gliedmaßen und horcht Herz und Lungen ab. Nichts wovor man sich fürchten müsste.

Im Anschluss wird dir Blut abgenommen und du musst eine Urinprobe abgeben. Die beiden Proben werden zur weiteren Untersuchung in ein Labor geschickt.

Das Ergebnis und somit ob du gesundheitlich geeignet bist, erfährst du in einigen Tagen bzw. wenigen Wochen, es sei denn es stellt sich schon vorher heraus, dass du ungeeignet bist.

Es folgt ein Lungenvolumentest. Dabei musst du mehrfach so kräftig wie möglich in eine spezielle Maschine ausatmen und so tief wie möglich einatmen. Sofern du keine Lungenerkankung hast/hattest dürfte dies kein Problem werden.

Seh- und Hörtest kommen als Nächstes. Der Sehtest ist ein wenig ausführlicher als der, den man aus Fahrschule kennt. Unter anderem wird das räumliche Sehen, das Nachtsehen sowie das Farberkennungsvermögen getestet. Der Hörtest ist sehr simpel, man muss einfach nur auf einen Knopf drücken, sobald man einen Ton auf seinen Kopfhörern hört. Dabei werden verschiedene Tonfrequenzen nacheinander abgespielt.

Der letzte Schritt ist das Belastungs-EKG. Auf einem Fahrradergometer werden während einer ca. 10-minütigen Belastungsphase deine Herzwerte wie Puls und Blutdruck gemessen. Dabei musst du eine konstante Zahl an Umdrehungen pro Minute leisten. Nach der Belastungsphase wird weiter gemessen, bis dein Puls sich “beruhigt” hat.

Hierbei kann man schon mal ins Schwitzen kommen, daher ist es empfehlenswert, sich ein Handtuch und eine lockere, sportliche Hose einzupacken. 🙂

Polizeiarzt – Termin verschieben oder absagen

Solltest du aus welchen Gründen auch immer – sei es Krankheit oder sonstige Verhinderung – deinen Termin zur polizeiärztlichen Untersuchung absagen bzw. verschieben wollen, ruf einfach bei deinem Einstellungsberater an.

In der Regel sind Terminänderungen möglich!

Polizeidienstuntauglich, was nun?

Der Arzt trifft wie gesagt immer eine Einzelfallentscheidung in Anbetracht der Gesamtumstände. Daher kann es sein, dass verschiedene Polizeiärzte verschiedene Meinungen vertreten, was zu Untauglichkeit führt und was nicht.

Wurde man nun polizeidienstuntauglich “geschrieben”, sollte man nicht unbedingt gleich aufgeben.

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, es in anderen Bundesländern zu versuchen.

Beispiel: Ein guter Freund und Kollege wurde in NRW für polizeidienstuntauglich (PDU) befunden, weil er Akne im Gesicht und auf dem Rücken hatte. Begründung war, dass das Tragen von Schutzausstattung im Einsatz die Akne aufscheuern würde und man dadurch im Dienst beeinträchtigt sei. Bei seinen anderen Einstellungstests, u.a. in Bremen, war die Akne kein Problem und die Entscheidung des Arztes in NRW wurde nur mit einem Kopfschütteln kommentiert. Er ist seitdem Polizist und hatte nie Probleme beim Tragen der Schutzausstattung.

Die aktuelle Rechtsprechung des BVerwG stärkt die Position der Bewerber. Im Einzelfall kann es durchaus sinnvoll sein, gegen die Entscheidung des polizeiärztlichen Dienstes vorzugehen und sogar zu klagen. Dabei sollte man sich grundsätzlich von einem Anwalt beraten lassen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, Widerspruch gegen die ärztliche Entscheidung einzulegen und bspw. ein eigenes ärztliches Attest vorzustellen. Der Polizeiarzt ist daran jedoch nicht zwingend gebunden.

Hast du Zweifel, ob du polizeidiensttauglich bist, kannst du vorab beim polizeiärztlichen Dienst anrufen und deine Situation schildern. Dort wird man dir versuchen, zu helfen. Die Telefonnummer des PÄD (polizeiärztlichen Dienstes) erhältst du bei deinem Einstellungsberater.

NOCH FRAGEN?

Jetzt solltest du einen guten Überblick über das EAV haben.

Wenn du für den schriftlichen Test oder die Sportprüfung üben möchtest, empfehle ich dir unser Kompletttraining.

Dort lernst du wirklich nur das, was du wissen musst. Nicht mehr, und nicht weniger!

Das Beste daran? Bestehst du den schriftlichen Test nicht, erhältst du dein Geld zurück!*

Wir helfen dir bei deinen Fragen gerne kostenlos weiter: info@be-a-cop.de